April 19, 2009

Sind Schuster Verlierer?

Filed under: Uncategorized — admin @ 10:24 pm

So einen Blog aktuell zu halten (was mir nicht gelingt, ich bin Quartalschreiberin) hängt ja auch irgendwie mit Selbstdarstellungslust zusammen, die in Maßen ja ganz sympathisch und beziehungsschaffend sei kann. Will ich nichts von mir Preis geben (ja, das ist korrekt nach der neuen Rechtschreibung,  Anm.), habe ich als alternative Plauderthemen nur mehr unverfängliche, quantifizierbare Statusmeldungen wie die meterologische Lage, die Hofer’schen Sonderangebote oder das Niveau des öffentlich-rechtlichen Rundfunkes in Petto. Fad.Witziger sind schon eigene Gedanken. Obwohl, was ist schon ‘eigen’? Selbst dieses Wort ‘eigen’ hat eine Geschichte, eine Bedeutung (was heißt eine! Pah).

Ihr seht, eure g’schamste Dienerin hat wieder die Zeit gefunden, virtuelle Rhetorik-Onanie zu betreiben. In diesem Fall nehme ich mir das Recht heraus, den Begriff der Onanie zu verwenden*, denn diese Zeilen sind Beweis eines gedanklichen Ejakulats das offensichtlicher nicht sein könnte. Und ihr seid Voyeure und wusstet bis jetzt noch nichts davon! Haha, so schnell kann es gehen, eine Identität zu erhalten, von deren Aufkommen man bis jetzt nur Nase rümpfend beim Morgenkaffee gelesen hat.

Aber das war nur das Vorspiel, der introitus zum eigentlichen coitus (oder für keusch-katholische Kirchenfans (so gesehen in den Kellern des Kalvarienberges): zum kyrie der intellektuellen Selbstbeweihräucherung mit Öffentlichkeitscharakter). Also, nehmt dies zu meinem Gedächtnis, ein neuer Gedankenthread:

Neulich hörte ich in einem entzückenden Film namens ‘Little Miss Sunshine‘ die abgedroschenen und daher überzeugenden Worte:

Losers are not those who try to win and fail. Losers are those who don’t even try to win.

Wie richtig, dachte ich mir und Platon wachelte mir lächelnd mit seinem Zitterrochen zu. Wie vieles im Leben ist denn Trial und Error? Und ohne Trial und Error kein Improvement - oder wasweißichwiedasimManagerSprechgradheißt… WAS würde uns denn alles versagt bleiben, wenn wir nicht mal den Mut hätten, mal zu versagen?

  • Keine Wissenschaft durch Angst vor der Falsifizierung der Thesen
  • Kein Snowboarden aus Panik vor dem Beinbruch
  • Kein Streit aus Angst vor der Eskalation
  • Kein Human Tetris und damit ein Unterhaltungsjuwel weniger im japanischen Fernsehen

Nicht auszudenken, was wir alles versäumen würden durch unser Versagen, das Versagen in Kauf zu nehmen! und dann schaue ich mich um, ich höre in mich hinein und höre ABER.

Woher kommt dieses Aber und warum hindert es mich daran, das nächste Zitterrochennest zu stürmen? Es ist die Angst, dass das Versagen einen tödlichen Ausgang nehmen könnte. Und tödlich, das ist jetzt dramaturgisches Mittel um auszudrücken: nicht wettmachbar. Diese Art von Versagen, die mir bewusst macht, dass ich etwas definitiv NICHT kann, was ich sehr wahrscheinlich auch nicht erreichen werde. Apnoetauchen zum Beispiel. Oder 3-fachen Rückwärtssalto aus dem Stand. Oder musikalisches Wunderkind werden. Alles nicht erreicht. Alles irgendwie an gewisse Bedingungen sozialisationstechnischer, biologischer oder alterstechnischer Art geknüpft.

Die Frage, die sich nun stellt ist jene des Ausgleiches zwischen diesen zwei Extremperspektiven. Leben wir in einer Gesellschaft, die eher Standpunkt A (you can always get what you want, und so weiter und so fort) oder eher Standpunkt B (Tu das, was du kannst) verpflichtet fühlt?

Irgendwie, auch dadurch, dass A für amerikanisch steht, habe ich den Eindruck, dass die ÖsterreicherInnen leicht nach rechts zum B hin tendieren. Was heißt leicht! “Schuster, bleib bei deinen Leisten!” höre ich im Innenohr und sehe meinen Deutschlehrer vor mir - braunen Kamm in der Bügelfaltenhose, Zeigefinger Richtung Publikum, Professor ohne Habilitation.

Bei den Leisten zu bleiben, wo den Schuster die Kunstgeschichte vielleicht auch interessieren würde, wird als charakterliche Größe interpretiert. Ausdauer. Genügsamkeit. Standfestigkeit. Kleine Spompanadl’n sind auch noch drin. Aber grundsätzlich wird der Rochen nicht angegriffen. So viel Error ist einfach nicht notwendig, was brauchen wir denn dann das Trial? Und versucht der Schuster klamm und heimlich doch den Ausbruch aus der Werkstätte, besucht er zaghaft Proseminare und erbringt unzufriedenstellende Arbeiten, so würde er kaum ermutigt, es ein zweites Mal zu versuchen. Das Versagen beim ersten Mal würde viel eher als systematisches Unvermögen, als fundamentale Uneignung zur Studiumstätigkeit ausgelegt werden. So werden Klassen fixiert, so werden tradierte Handlungsmuster gefestigt und Identitäten bestärkt, nach einem Schema zu funktionieren, das vorhersehbar ist, dessen Bedürfnisse leicht von oben herab steuerbar sind, und die damit auch gesellschaftspolitisch keine Bedrohung darstellen.

*hier der queer-sensible Hinweis, dass es sich etymologisch um einen Terminus handelt, der nicht für nicht-squirtende hetero- und homosexuelle Frauen verwendet wird)

March 29, 2009

15 Jahre Kronenzeitung

Filed under: Uncategorized — admin @ 11:25 pm

Wie meistens stellt Thomas Maurer Fragen, die skurill anmuten, und doch nicht aus der Welt gegriffen sind. Stellen wir uns vor, wir werden alt, unsere Kontakte zur Außenwelt schrumpfen Schritt für Schritt, unsere Verbindung zur “Welt da draußen” beschränkt sich schließlich nur auf ein Krone-Abonnement, das vom verstorbenen Mann noch übrig ist… die Idee ist krass, aber vielleicht gerade in Österreich gar nicht mal so abwegig. Wie viele Menschen wohl tatsächlich so leben?

January 10, 2009

Identität…

Filed under: Uncategorized — admin @ 10:43 pm

… scheint gerade das Thema Nummer 1 zu sein. Naturgemäß treffen wir hier auf einen Wust an Annahmen, Spekulationen, ja auch auf Überzeugungen, denn schließlich geht es dabei um unser innerstes Ich, den Kern, der uns auzumachen scheint, der uns als einzigartige Wesen in der Welt positioniert. Es geht aber auch um Zugehörigkeiten und Gemeinsamkeiten, um Sanktionen, um Ausschluss, um Distanzierung von jenem, was wir auf gar keinen Fall sein wollen.

Selbstfindung, Selbsterfahrung, Therapie und Reflexion - Schlagworte mit Hochkonjunktur. Nicht nur einschlägige Wellnessindustrien basieren darauf. Auch die Wissenschaft und Literatur springt auf den Identitätszug auf und tuckert so dahin. Und das manchmal eigentlich gar nicht so lahm und unterhaltungsarm. 2 Beispiele:

“Wer bin ich, und wenn ja wieviele?” von Richard David ist ein toller Beitrag aus der Populärphilosophie. Witzig, wie einfach, systematisch und trotzdem anspruchsvoll der Autor die Kant’schen Fragen abklappert.

Und dann - klingt doch vielversprechend: “Zur Kritik des Identitätsbegriffes” von Daniel Sanin - gelungen rezensiert von Tutorenkollegen Xaver auf derstandard.at.

Da ich ja eine Verfechterin des therapeutischen Lesens bin, vertrete ich die Meinung, dass die Lektüre solcher Werke eine tendenziell lohnendere Wirkung auf die Entdeckung identifikatorischer Dynamiken zu haben vermag als die Belegung so mancher Selbstfindungskurse.

December 30, 2008

Merry christmas and a happy new year

Filed under: Uncategorized — admin @ 2:36 am

christmas: the birth of jesus, son of God, savior of mankind. this post might not be in time to celebrate this tremendous event whose impact annually induces even us agnostics to send gifts and sing carrols… but that’s not what it ought to do anyways. let’s just take a small glimpse into one of the most important aims of jesus:

suffer the little children to come unto me

or, of such is the kingdom of heaven.

watch all 9 parts!


http://www.youtube.com/watch?v=0R5sduDmBIw

November 28, 2008

Literarisches Quartett über Jelineks Roman “Lust”

Filed under: Uncategorized — admin @ 8:54 pm

Lust

Mir stellt sich nach dieser Diskussion auch die Frage, ob Pornosprache, so wie Löffler mein, “von Männern besetzt” ist und daher das Vorhaben Jelineks, einen weiblichen Porno zu schreiben, naturgemäß scheitern musste?

November 18, 2008

“This is your victory” - Obama’s acceptance speech

Filed under: Uncategorized — admin @ 3:28 pm

In case you haven’t watched it yet - check out one of the most rhetorically sophisticated acceptance speeches.

Obama\’s acceptance speech

Note the audiences reactions - that express the tremendous success of the “yes we can”-campaign, according to marketing specialists one of the best campaigns in political history.

But anyways, the speech is worth watching. Enjoy

November 17, 2008

Rassistische Berichterstattung im ORF

Filed under: Uncategorized — admin @ 1:37 pm

Hin und wieder ist es wohl nicht schlecht, sich zur Information über aktuelles Tagesgeschehen an ausländische Medien zu wenden. Immerhin sind heimische Medienmacher nicht gerade drauf aus, Skandale innerhalb der eigenen Berichterstattung einzugestehen, geschweige denn zu diskutieren. Keiner österreichischen Tagespresse - dafür jedoch dem deutschen Qualitätsmagazin “Spiegel” ist zu entnehmen, welchen Wahnsinn sich der ORF in der US-Wahlnacht geleistet hat - folgenlos, bar jeder öffentlichen Entrüstung. Da äußerte der bereits pensionierte ehemalige US-Korrespondet Klaus Emmerich unter anderem folgende Sätze über Barack Obamas Kandidatur.

“Ich möchte mich nicht von einem Schwarzen in der westlichen Welt dirigieren lassen. Wenn sie sagen, des ist eine rassistische Bemerkung: richtig, ist gar keine Frage.”

“Das ist ungefähr so, wie wenn der nächste Bundeskanzler ein Türke wäre in Österreich. Das schau ich mir an.”

Auch wenn sich der ORF im Anschluss von diesen und anderen Äußerungen distanziert hat, so bleibt zu hinterfragen, warum diese Art der öffentlich-rechtlichen “Berichterstattung” keinen öffentlichen Aufruhr, kein Entsetzen und keine Beschwerden an den ORF mit sich gezogen hat. Ist rassistische Meinungsmache so “normal” in Österreich, dass kein Grund zur Aufregung besteht?

ganzer Spiegel-Artikel

November 12, 2008

How NOT to use powerpoint

Filed under: Uncategorized — admin @ 6:56 pm

Powerpoint ist ja generell ein recht heikles Instrument, das aufgrund seines hohen Einschläferungspotenzials ohnehin von vielen geächtet wird. Don MacMillan bringt - ironischerweise in Form einer Powerpoint-Präsentation - recht witzig die ‘common mistakes’ auf den Punkt. Es empfiehlt sich, diese Punkte wirklich im Kopf zu behalten. Was mich betrifft, so habe ich alle beschriebenen Fauxes pases (oder wie geht da die korrekt eingedeutschte Pluralform??) schon erlebt. Und ich muss zugeben, es war NICHT witzig…. Naja, Ausnahmen bestätigen die Regel.  Ein Professor scheint in seiner Farbwahl wohl von seinen Besuchen auf einschlägigen Internetportalen beeinflusst worden zu sein. Oder warum platziert man grellorange-blau-schwarze  Schrift auf neongelbem Hintergrund?

November 11, 2008

Betrifft nur die Abendtutlinge - Materialien online!

Filed under: Uncategorized — admin @ 4:35 pm

Da ich es diesmal geschafft habe, alle Materialien wie ppt, texte und Aufgaben auf die Plattform zu stellen *schulterklopf*, könntet ihr es theoretisch schaffen, die Übungsaufgabe für nächstes Mal schon heute abzugeben :)

Natürlich ist das nicht vorgesehen und ihr würdet für diese ausgesprochen streberhafte Leistung gebührend entlohnt (und von den MitstudentInnen verdroschen) werden. Dies ist eigentlich nur ein Test, wie oft diese HP konsultiert wird. Naja, vielleicht finden sich ja ein paar LeistungsfetischistInnen, die jetzt sofort anfangen werden, das Zeugs downzuloaden. Ich freu mich schon auf euch! Bis heute abend!

November 10, 2008

Publizistik-Festl

Filed under: Uncategorized — admin @ 2:22 pm

Diesen Mittwoch, 12.11. ab 20h findet das allsemesterliche PKW-Festl statt. Diesmal im netten Club Ost und Eintritt ist auch ganz passabel bei 3 Euronen.

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