Der spontane Kurzbesuch etwas kuehlerer Gefilde - der Cameron Highlands - liess kaum Moeglichkeiten zum Bloggen aufkommen, was ich so gar nicht bedaure, ist dies doch nur Indiz dafuer, dass allgemeine Glueckseligkeit herrscht/e.
Julia hat nach einigen Stunden das Schweigen des Klosters, in das sie sich tagelang internieren wollte, doch gebrochen, waehrend ich schon den Beschluss und das Ticket gefasst hatte, in die Hochlaender zu fahren. Waehrend sie also noch weiter in Penang verweilte, fuehrte mich ein gut bepassagierter Minibus durch Waelder und Felder, die Serpentinen nahm er nicht so eng, eine Mannigfaltigkeit an Ueberholmanoevern versuesste die Tour.
Im Guesthouse wurden wir dann schon freundlich begruesst - von einer Kaltregenfront, die uns in den Fernsehraum zwang. Oh Schreck, ich hatte mich doch so auf’s Wandern gefreut. Bald liess das Prasseln jedoch nach und ich erkundete die sich in den Nachwehen des Gewitters etwas beleidigt-duester offenbarende Umgebung. Der malayischen allgemein verbreiteten Geh-Aversionen gewahr (die Strassen sind allgemein ueberhaupt nicht fussgaengertauglich, fuer meterweite Strecken werden Einheimischen wie Touristen schamlos Taxiangebote unterbreitet) entschied ich mich, nicht auf den “Rat” zu hoeren, nicht alleine im Wald umherzulaufen. Bis auf einen ordentlichen Trail schaffte ich es ortskenntnismaessig eh nicht. Dafuer fand ich viele schoene andere Sachen, zB. einen Gemeindebau inkl. Sportplatz am Berg, einen Miniwasserfall, ein islamisches Fussballmatch, einen Hindutempel samt Beterin. Naja, besser als gar nichts.
Anderntags buchte ich eine “Trekkingtour”, von der es im Vorfeld geheissen hatte, dass sie gehintensiv sei. De facto stauten wir uns dann im Jeep die touristenueberfuellte Erdbeer- und Schmetterlingsmeile (von beiden waren “farms” vorhanden) entlang und begaben uns auf einen 5-minuetigen Trampelpfadspaziergang um dann im bemoosten Wald Fotoshootigs abzuhalten.
Wanderhungrig retourniert beschloss ich, doch noch eine eigene Fausttour zu starten. Der ortskundige Schotte “Bob” zeigte mir den versteckten Beginn seines Lieblingspfades, wo das Highlight des Aufenthaltes - fuer welches sich der Trip nur mehr als gelohnt hat! - auf mich wartete. Als ich, am halben Weg zum Gipfel, im Begriff war, den naechsten Schritt zu setzen, sah ich einen Riesentausendfuessler, der sich 40 cm vor meinen Fuessen wand. Die roten Beine floessten sofort Respekt ein und bewunderungsvoll hielt ich inne. Da sah ich unter dem Tier eine weinrot-silberne Schlange, die sich scheinbar auf den Fuessler stuerzte, bei naeherem Hinsehen jedoch um ihr Fortkommen rang. Langsam wurde klar, wer von beiden der Killer war, die Schlange wurde durch Fussbewegungen am Kopf fixiert. Sekundenlanges Gezappel, bis die Schlange sich nicht mehr regte. Der Fuessler wartete noch einige Zeit um sich ihres Todes zu vergewissern und zerrte sie rasch ins Unterholz, wo sich sein Schlangenlager oder so befand.
Der Neid aller freakig-verwanderten Guesthousebesucher war mir daraufhin sicher!
Tags darauf ging es frueh zurueck nach Norden. Die letzte Station der Reise heisst Langkawi und liegt bereits auf der Hoehe Thailands. Dementsprechend veraendert auch das Publikum. Die Insel ist verwestlicht wie sonst kaum eine der besuchten Stationen. Trotzdem gibt es im Hinterland einige liebevoll bewohnte Bauernhoefe (in deren Hintergaerten zugegebenerweise regelmaessig Muell verbrannt wird). Bei einer Joggingrunde und einer Radtour durch das Westkuestengebiet konnte ich mich schon davon ueberzeugen.
Julia kommt hier auch - wenn nur fuer ein paar Tage - endlich zum Tauchen. Dem entnehmt ihr, dass wir uns erfolgreich wiedergetroffen haben, wobei wir in verschiedenen Guesthouses residieren. Es ist eigentlich alles wie erwartet: Sonne, Strand, Standln. Grad komm ich vom Vollmondchill mit wiedergetroffenen Bekannten aus Penang bei Gintonic, angenehmer Liveband am Strand. Fuer morgen ist noch eine Inselhoppingtour inklusive Schnorcheln und viel Entspannung angesagt. Und Mittwoch frueh dann unser Flug nach Singapore, wo wir uns eventuell mit dem netten Anfangssingaporianer zusammenschliessen. Der letzte Tag naht.