und das alles unmittelbar in meiner Nachbarschaft! An und für sich ist ja Osdorp weniger als Naturparadies oder Nobelgegend berühmt, sondern eher für seine auf Geröllwiesen entstehende Betonbunker, welche zur funktionalen Beherbergung der Migrationshintergrunds-Massen dienen. Dass sich 2 Bunkerfronten weiter jedoch das reinste Grinzing erschließt - so grün und liab architekturiert ist es da - hätte ich nicht im Traum geahnt. Um es zu glauben fahre man selbst den Sloterweg entlang und erlebe das einzigartige Gefühl, mitten in den wiener Heurigenslams gelandet zu sein. Buschen und Sauftouristen (glücklicherweise) exklusive. Nur Ruhe, Grün und Pflasterstein, sowie herzige Laternderln, die das heimelige Ambiente nachtens in goldenen Schimmer tauchen.
Weiter geht die wilde Fahrt. Der Amsterdamse Bos (Wald) ist eine gute Idee um eine Fährenfahrt mit einem original schrulligem Holländer-Pärchen zu erleben, oder sich gar in einem Segelboot selbst zu ertüchtigen.
Der See ist mindestens 500m lang - gerade die richtige Größe um größenwahnsinnige Kleinbootbesitzer zur Spinnaker-Besegelung aufzufordern. Falls man mit dieser Ausgeburt an Sportlichkeit nicht mithalten kann (die wenigsten Mitteleuropäer können das), so gibt es immer noch die Möglichkeit, andere beim Sporteln zu begutachten. So probiert am Ruderbecken, wo sich die holländischen Mädels von ihrem “Führer” zur Sau machen lassen (zu erkennen am Megaphon, dem wütig-entschlossenen Gesichtsausdruck und den Schlangenlinien, in denen er seinen Schützlingen hinterherradelt), während man sich genüsslich ins Gras legt (hoffentlich nicht beisst).
Nach diesem ganzen Trara kann man sich dann im Unterholz vom Anblick der Graureiher inspiriert in einen Zen-ähnlichen Bewusstseinszustand der völligen Harmonie gleiten lassen. Das rüstet einen spirituell für die Rückkehr in die Betonbunkersiedlung.



