Sexismus in Österreichs Medienlandschaft?
Ja, im Fellnerismus vielleicht, der ist ja berühmt und berüchtigt für sein patriarchales Gesellschaftsbild, das wir uns - als progressiv-kritische Bobos höchstens zum Sonntagskaffee zu Gemüte führen. Im Bewusstsein dessen, dass es sich hierbei “eh” um nicht ernst zu nehmende Darstellungen handelt, schließlich sind wir ja aufgeklärt und können zwischen guter und böser Berichterstattung unterscheiden! Und dann… es ist ja gratis. Und die nötigsten Neuigkeiten stehn ja durchaus drin.
Wie auch immer. Mit dem sonntäglichen Hineinblinzeln in Österreichs journalistische Abgründe (was ja auch diebischen Spaß bereitet) hat sich’s dann gehabt.
Denn wenn’s ernst wird ist Rosa angesagt! Denn Rosa bildet, es informiert seriös und bildet die Realität WIRKLICH ab, so wie wir es von einem Qualitätsmedium erwarten. dort werden tradierte, repressive Familiensysteme in Frage gestellt, um jedem und jeder den Eindruck zu vermitteln:
“Wir sind objektiv! Wir repräsentieren, was zu repräsentieren nötig ist. Das Wichtigste, das Interessanteste, das Neueste, das dir am Nächsten stehende. Die Wahrheit eben. Wir sind der Spiegel der Realität. Denn wir agieren gemäß einer Berufsethik, die es nicht vorsieht, euch was vorzumachen”
Und was lesen wir täglich in Österreichs Qualitätsmedien? Wir lesen von politischen Entscheidungsträgern, von Monarchen und Präsidenten, Wirtschaftsexperten und Wissenschaftern. Pikantes Detail: Stolze 80% der Entscheidungsmacht über diese Berichte liegt ebenfalls bei Männern. Denn so hoch ist die Quote der Autoren, die 20% weiblichen Artikeln gegenüberstehen. Dies ist das brandneue schockierende Ergebnis einer kleinen vergleichenden Analyse Österreichs Tageszeitungen innerhalb unseres heutigen Publizistik-Plenums. Das Rosa web 2.0 - Format hat immerhin gendertechnisch “aufgerüstet” und eine feministische Abspaltung hervorgebracht, die allerdings durch ihre deutliche Abnabelung zum “seriösen” Restmedium als regelrechtes Kampfemazen-Ghetto ohne Berührung zur “richtigen” Ausgabe wirkt. Ein eher negligeabler Versuch, den Verdacht auf Gleichberechtigung in diesem Medium aufkeimen zu lassen. Was für Zeichen werden da im Qualitätsmediumssektor gesetzt?
Emanzipation hat ihren Platz- und zwar abseits der “normalen” Berichterstattung, in einer eigens dafür vorgefertigten Rumtobecke. Wenn die wahnsinnigen Weiber dort ihren Frust abgebaut haben, können’s ja wieder her kommen und wieder normal sein… Kinder und Herd warten schon. Und nach so einem langen Arbeitstag, das muss sie doch verstehen, dass der Mann auch mal die Beine hochlegen möcht.
