February 22, 2010

spazieren mit Mowgli

Filed under: Uncategorized — admin @ 11:35 am

Durch Zufall erhielten wir heute die Moeglichkeit, mit 2 Guides den Pangkorer Dschungel zu durchforsten: kleine Kletterpassagen, rote Beissameisen und schier unueberwindbare (ich uebertreibe) umgefallene Riesenbaeume inklusive. Man versaeumt wahrscheinlich so einiges, wenn man abends nicht mit den Leuten vom Guesthouse beisammensitzt und ueber alles und nichts quatscht. Dabei kommt man naemlich auf interessante Ideen, wie eben diese 3-stuendige Tour durchs Unterholz, bei der keine Pore trocken blieb. Schweiss, Hitze, Erde, Ameisen, Lianen, dazwischen menschenleere, knallweisse Straende, tuerkisblaues Meer: da war i dabei!! …und hab auch nicht begriffen, dass nach gefuehlten 10 Minuten alles auch schon wieder vorbei war. Jetzt lassen wir den Abend noch gemuetlich am mittlerweile von arbeitenden Einheimischen gefluechteten Traumstrand ausklingen und machen uns morgen frueh wahrscheinlich auf nach Penang. Aber so genau weiss das niemand…

Ich revidiere: wir sind dann doch noch einen Tag geblieben. Weil sich das vor allem gruppendynamisch so schoen ergeben hat. Die internationale Trekking-Community hat sich naemlich mit den Locals rund um unser Guesthouse so gut vertragen, dass wir beschlossen, dieser Sonnenuntergang sollte doch nicht der letzte gewesen sein. Besonders hervorheben moechte ich unsere norwegische Enthusiasmusbombe, die sich - grade den 30-er ueberschritten und Single - mit Julia auf ins wilde ‘es gibt keine gscheite Beziehung’-Sarkasmusgefecht warf, das ich fotographisch dokumentieren durfte.

Der Ausklangstag auf Pangkor verlief verhaeltnismaessig ruhig. Nach langem friedlichen Schlaf knallte ich mich in die Mittagssonne zu Ken (so n blonder ‘I need to get some tan’-Ami) und einem mir namenlos gebliebenen, englischen Irakkrieg-Veteran (der Typ is Mitte 20) die ich bei einer politischen Diskussion ueber Arnis Regierungs-Kompetenzen ertappte. Fuer ein bisschen mehr Sonnenstich rentete ich mir ein Kajak und machte mich auf Richtung Luxusinsel. Da gibt es naemlich - hab ich mir sagen lassen - so eine 6*-Resort-Insel, die um wohlfeile 1,000 Euronen die Nacht zu buchen waere, und die nur per Hotelfaehre erreichbar ist… oder eben manuell im Miniboot! Souveraen wollt ich dort mein Kajak am verschimmelnden Seil an Land ziehen, mich auf meinem Sarong in den Sonnenuntergang pflanzen, um danach eine Vielschar gar bunter Muscheln zu sammeln. Was soll ich sagen: ich versagte. Erstens versteckte sich jene Sonne, die noetig gewesen waere um mein Hirnverbrennungsstadium dahingegen zu prekarisieren, dass ich wirklich von dieser Idee ueberzeugt gewesen waere. Zweitens stieg ich schon etwas hungrig in das Boot ein, was mich uneuphorisiert dahintuempeln liess. Drittens war mir zum Einstiegszeitpunkt nicht gewahr, dass das bisschen Sonnen wohl nicht ewig das Himmelszelt zieren wuerde und ich im Dunklen vielleicht von einem besoffenen Aborigines am Weg zur Dschungeldisco per Speedboat ueberfahren werden koennte. All diese Gefahren sah ich nicht. Was ich sah, war das Resort. Dort in der Ferne konnte ich die Heisln und den Steg erahnen. Und einen Strand, der sicherlich super gepflegt war und alless. Und obwohl mir die Wellen unerbittlich ins Gesicht peitschten, ruderte ich so lange, bis die finale Wolkenfront am Horizont doch etwas Sorgen bereitete. Ich beschreibe jetzt nicht, wie oed und muehsam mir die Heimruderei erschien. Aber ich schaffte es schliesslich und es gab ein Happi End (Happi, unserer original Guesthouse-Malaye war mit seiner deutschen Freundin ausgerudert um die vermisste Kajak-Miss zu suchen, was sie nicht haetten muessen, trudelte ich eh schon ein!).

Der Abend dann war gran-di-os: einsamer Strand, Gitarre, Kerze, Alk, Guesthousepartie, Wetterleuchten in der Ferne, schwimmen im monderleuchteten Meer. Das Schoenste: von strahlendem Plankton erleuchtet.Idyllisch!

Happi beim Kinderverscharren

Innenhof unseres Guesthouses:

Letzter Abend am Strand


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