Entschieden und staetig kaempfen wir uns in den Norden, der ein vielversprechender zu sein scheint. Melaka als historisches Ausgangszentrum malayischer Kultur hinter uns gelassen, haben wir gestern Nacht KL erreicht. Der Weg dorthin war nicht so leicht: gestern noch haben wir uns eine Farb gholt beim Trekken zur Sentral Station (Busbahnhof). Das Gelaende war herausfordernd: stellt euch die SCS vor. Zu Weihnachten. Eine Autospur mehr. Kein Gehsteig. Ja, und Palmen am Strassenrand. Hier rechnet keiner mit Fussgaengern, schon gar nicht Fussgaengerinnen. Als wir schliesslich verbrannt wie deutsche Touris den Bahnhof erreichten, stellt sich heraus, Bus nach KL erst in… 7 Stunden. Also Tickets gecheckt und zurueck nach Melaka down town - per Taxi. Der Tag wurde sinnvoll abgerundet mit einem Chackie Chan Film im unterkuehlten Shoppingkomplex, wo ein asiatischer Kasperl-Nikolo Zuckerln verteilte (leider kann ich momentan keine Fotos hochladen, Kartenladegeraet irgendwo im Chaos verschollen).
Gegen Mitternacht erreichten wir dann doch KL, binnen Sekunden schmiss uns der Fahrer hinaus in den dunklen Dschungel. Sich in alle Himmelsrichtungen schlingende Betonlianen, schreiende Rostgefaehrte, Schienen, Stahl, bruechige Fliesen, Mauern, Draehte. Und zwischen dieser gigantomanisch trostlosen Verbautheit eine Vegetation, wie sie pulsierender nicht sein koennte: fette Blaetter, tropfend, dampfend, die Wurzeln der knorrigen Baeume sprengen das Pflaster. Die Stadt wirkt, als waeren die Augen ihrer Baumeister groesser gewesen als der Hunger, als waere zuerst an das Pflaster und dann an seine Benutzung gedacht worden. So richtig erschlossen ist sie wohl auch von BewohnerInnen nicht: die Strassenplaene sind weder fuer Taxler noch Informationsstandmenschen nicht einsichtig. Statt einen Punkt direkt anzusteuern, naehert man sich dem Ziel in diametral-konzentrischen Kreisen. Unser Taxi benoetigt eine Viertelstunde zum Aufsuchen unseres Guesthouses, wo man barfuss geht und eine Menge Weltenbummler trifft. Das Ambiente ist bescheiden. Zimmer ohne Fenster sind hier Standard, und trotzdem bleiben manche Reisende ueber ein halbes Jahr. Wir setzen uns auf die Terrasse, trinken ein Bier in geselliger Runde.
Andern Tags geht es Richtung Voegelpark, worauf Julia und ich nicht mehr warten koennen. Es ist zwar teuer, aber Julia verspricht eine Einladung. Juhu! Als wir stattdessen im durchmanikuerten Hibiskus- und Orchideengarten landen, sehen wir hinter dem Twintower Giftwolken aufziehen und spueren leichten Regen. Wir machen uns nix draus und schreiten fort. Alsbald erblicken wir mit kindlicher Freude, dass wir nicht alleine unterwegs sind: freilaufende Affen waermen sich am Asphalt, oder sind sie suizidaer? Jedenfalls faellt mir wieder meine Mandarine ein, die ich vor 2 Tagen unmotiviert im melakischen Raeuchertempel geschenkt bekommen hab und rolle sie vorsichtig in Richtung Affe, welcher sie freudig aufhebt und liebevoll zerteilt. Es kommen noch mehr Affen herbei, Fotoorgie. Als wir das Voegelgehege erreichen und wir uns auf einen Freiluftkaffee setzen wollen (in KL immer ueberdacht) beginnt es zu wascheln dass uns Hoeren und Sehen vergeht. Die Paradiesvoegel kehren ebenfalls kreischend bei uns ein. Den weissen taufen wir Chris, weil er aussieht wie ein alter Mann, der mit verschraenkten Haenden am Ruecken ruhig herumstolziert. Das andere, die ohne Kragen, ist folglich die Raffi.
Die schuechternen Kopftuchmaedchen an der Budl versuchen uns den Weg zurueck in den Beton zu weisen, ihre angstvollen Blicke auf uns gerichtet bitten sie uns, nur ja aufzupassen. Der Weg schlaengelt sich in Serpentinen hinab zum naechsten Wolkenkratzer. Leuchtender Groessenwahn. Wir steigen in irgendetwas verkehrsmitteliges ein und gelangen zur Monorail, einer fahrenden Aussichtsschlange. Wo es interessant ist, steigen wir aus, essen wir, lassen uns ein bisschen durchkneten (diesmal nicht von dafuer ausgebeuteten, hungrigen armen Fischlein, sondern von ebensolchen Frauen).
Guesthouse Umgebung
Chris-Vogel (zu identifizieren als Maennchen qua gelbem Brustgefieder)
Ein sogenannter Hornbill zeigte sich uns ebenfalls
Affe in den Batu Caves





Klingt aufregend…
heißt SCS nicht Shopping City Süd, wie kann die einen Autostreifen mehr haben?
Comment by Joker — February 17, 2010 @ 8:43 pm
hehe, hab den Chris gleich erkannt
Comment by Joker — February 25, 2010 @ 2:25 pm