Vorgestern haben wir uns touristischst die Batu Caves einezogen. Schon am Stufeneingang , wo schnaufende Glutamatchinesen - teilweise bestoeckelschuht - innehielten, war klar, dass dies kein ernst zu nehmenden Abenteuer werden wuerde. Meine Wette, dass auch in der Hoehle alles betoniert war, bestaetigte sich schnell. Einziger Lichtblick war selbiger nach oben - ehrfurchtseinfloessende Hoehen, kleine Spalten, durch die gleissendes Sonnenlicht fiel. Ein paar Schritte weiter gebarten sich die durch Zigeunerringfuetterungen psychisch komplett verwahrlosten Hoehlenhaehne (ja, ihr lest richtig), die einander voellig sinnlos gackernd durch den Betonkomplex jagten. Das lauteste Gekreische verursachten aber die wiederum wild herumlaufenden Affen, die sich die hier vorzufindende Zivilisationsfauna (Coladosen, Eislutschker und alles andere, was sich in dem einzigen redundanten Mistkuebel an Fressbarkeiten so auffinden liess). Herdentechnisch gesehen fristeten sie in diesem hinduistisch dominierten Revier (ueberall bunter Gotteskitsch) eine triste Koexistenz mit ihren Freunden, den Tauben. Ja, eine verrueckte Hoehle. Irgendwann reichte es, den Affen beim Coladosentrinken zuzusehen und wir schritten gen ‘dark cave’, angeblich war dort mehr Hoehlenursprung zu finden. Wir buchten eine ‘educational tour’ und liessen uns die Viecher zeigen, die per Taschenlampe dort zu erleuchten waren, wo der Betonweg (ja, natuerlich auch hier!) noch nicht die Hoehlenflora zerstoert hatte. Das meiste, was wir dort lernten umfasste eigentlich das, was wir alles versaeumen wuerden, wenn wir nicht die Adventuretour buchen wuerden. Gebildet verliessen wir die Batu Caves auf das bisher fuer mich beste Essen der Reise: dank Hindu-Tourismus gab es hier erstmals vegetarische Speisen. Julia und ich sind ja draufgekommen, dass wir eine kulinarische Symbiose bilden: was mir nicht so schmeckt, zB. ‘gemischtes Gemuese’, in dem standardmaessig Tintenfischarme und Shrimps schwimmen, taugt ihr, und umgekehrt. Der Inder war ihr definitiv zu scharf.
February 20, 2010
2 Comments »
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Schön zu hören, dass es euch gut geht. Bestöckelschuhte Glutamatchinesen & Affen als Indikator für wenig, dafür umso mehr touristisch ausgebeutete Naturgrotesken – find ich genial.
Comment by Joker — February 20, 2010 @ 6:11 pm
affen die cola trinken,…das muss verdaut werdn.
aber das wichtigste: euer partnerschaftliches fressverhalten, das is wichtig, so hat jeder immer was^^grüße an julchen
Comment by rumpelstielzchen — February 21, 2010 @ 9:44 am