Es ist soweit: Das Ablaufdatum auf den Milchpackerln der Zielpunkt-Regale hat das Datum meiner Abreise nach Singapur schon überschritten. Das ist Nahbarkeit und die Vorfreude nicht zu bändigen. Hiermit das feierliche Beiseiteschieben der Blogvernachlässigungsspinnweben und die hochoffiziöse Einladung, sich den Reisebericht in spe reinzuziehen.
…war eine eher rasch an mir vorbeiziehende Gschicht. Trotzdem hier meine (mittlerweile schon sooo lang zurueckliegenden) Eindruecke:
Kurz vor 0200, Dubai. Ich befinde mich in jenen futuristischen Weiten des Flughafens, in den hochglaenzende, manikuerte Botanikbecken zu Entspannungszwecken eingelassen sind. In denen die gendergretrenten Betraeume wie Klos beschildert sind (ein schoenes Moschee-Icon, wie ich finde) und phillippinische Putzperlen (Herkunftsinfo aus dem Reisefuehrer) missgeleitete Wassertropfen am Beckenrand mittels Gummischiebvorrichtung jagen. Ja, es ist ein Feeling wie in einer keimfreien Quarantaenestation, so sauber, dass man in jeder Sekunde in jeder Ecke dieses Hightech-Dschungels picknicken wuerde, ungschaut. Auch eine Atemmaske habe ich schon erspaeht.Dort vorne ist ihre Traegerin vorbeimarschiert, gleich neben den gepolsterten Lederliegen, das Pendant zu den oesterreichischen Metallgestellen> Wartebaenke!
Jetzt geht’s entspannt auf durch den Singapurer Flughafen. Keine Ahnung, wo ich mich einmieten werde, ich vertraue auf die Beratungskompetenzen der unglaublich freundlichen Leute hier. Fotos coming up, jetzt schmeisst mich erstmal das gratis Internet hier gleich raus.
SINGAPORE…
… bringt die Poren zum singen. Eindeutig Hitzestich und dabei ist es nach Mitternacht (00:47). Derzeit okkupier ich die Privatgemaecher eines netten Singapurianers, der mich zuerst durch Chinatown geleitet hat um erstaunt festzustellen, dass dort die Hotels (kein Hostel weit und breit) nicht annaehernd bezahlbar sind. Und mich anschliessend netterweise zum Couchsurfen eingeladen hat. Ich habe auch einen Schluessel bekommen, um mich nach meiner naechtlichen Zoo-Tour (Safari durch den ‘Pseudo-Dschungel’ aber die Rhinozerusse und auf mich einstuerzenden Flugeichhoernchen waren schon was!) nicht ausgesperrt zu finden. Als er mir jetzt zum ‘meine Sachen machen’ seinen MAC zur Verfuegung, mir dazu traditionelles malayisches Festessen von der Mami serviert und mein Leiberl in die Waesche haut, muss ich einfach passen. Gastfreundschaft ist ja kein Wort mehr dafuer.
Auf morgen bin ich schon extremstens gespannt, denn neben einem eher gemuetlichen Fruehstueck wird wohl eine SEHR ungemuetliche Ausreise anstehen… 100.000 malayische Singapurianer wollen ihre Familie in die Arme schiessen, denn Neujahr - und das ist hier - HEUTE, ist ein Familienevent der Sonderklasse. Bis Mitternacht waren gestresste Chinesen mit Einkaufswagen zu heillos ueberfuellten Taxistaenden zu pilgern. Insane! Angeblich sind alle Zugtickets ausverkauft, an Bus gar nicht zu denken. Was wird da nur die arme Julia sagen, die ‘auf gar keinen Fall in Singapur stoppen’ wollte? Fragen ueber Fragen, stay tuned!

Ueberfahrt nach Melaka und Chinese New Year, 14.2.
Der Tag begann mit ebenjenem Pratafruehstueck, das ihr hier in bunt bewundern koennt. Prata heisst so viel wie aussebochanes Omelette mit Allerlei essbarem (in meinem Fall zuckersuesse Ananas), das mit Curry serviert wird. Dazu bestellten wir einen leckeren Eiskaffee, dessen Eis im aufkommenden Sonnenlicht binnen Sekunden dahinschmolz. Auf einem kleinen Markt erstand ich billige Telefone und mein Reisetagebuch, das mich jetzt schon laenger verfolgt als die kindlichen GeldeinsammlerInnen. Laut meinem Instant-Host bekommen die kleinen in der SChule Communityservicepunkte, wenn sie sich in derlei blechdosengesteuerten Drangsalierungsuebungen versuchen. Spaeter gelang es, Julia vom Flughafen abzufangen und auf ging es ins Blaue: Weder wussten wir, ob Yek mit dem Bustransfer von Kranji richtig lag, noch, ob - einmal ueber der Grenze - auch wirklich Busse nach Melaka, unserem naechsten angedachten Reiseziel an der suedlichen Westkeuste, fahren wuerden. Ein erster Schritt nach oben war mal die Metro vom Flughafen, wo wir chinesischem Popgeschalle aus dem Telefon eines Passanten beiwohnen durften. So liebevoll presste er sein Handy ans Ohr, dass es aussah, als wuerde er ernsthaft meinen, er sei allein mit derlei melodischen Klaengen. Ein intimer Moment im anonymen Grossstadtdschungel (es handelte sich uebrigens um einen ausgewachsenen Mitte-40-Mann, der sich da hingab). Die naechste Station sollte die magische 170 sein. Eine Zahl, die uns bis zum abgefuckten Larkin Terminal jenseits der Grenze begleiten sollte. Das ging ca. so von Statten: 170 auf, Menschenmasse rein, 170 ab in den Stau. 170 auf, Menschen zur Grenzkontrolle, 170 zu, auf, Grenzkontrolle, zu, auf…. Larkin Terminal aka. Busumschlagplatz der Rocky-Sorte. Charmant hektisch, versifft. Dampf, Geschrei, Gefuchtel, schwitzende Gesichter, in Truemmern aufgeturmte Huehner, Ventilatoren, Hitze. Und dort hinten der Ticketstand fuer unser ersehntes Ziel! eine halbe Stunde hatten wir dann noch, um uns crepeartiges dampfendes Essen mit verdaechtig dumpf schmeckender Sauce zu goennen, serviert von der minderjaehrigen islamischen Geschaeftsfrau. Der Litscheesaft auf Eis, von dem wir nicht wussten, woher es kam und wohin es gehen wuerde. Ueber uns die Tapeten- und Stuckaturen eines Kolonialfilms. Nur die Kampfhunde fehlten noch. Bei all den Eindruecken uebersahen wir leicht die Zeit, und als Julia zufaellig die Armbanduhr unserer Sim-Kartenverkauferin ins Auge stach, welche die Abfahrtszeit unseres Busses anzeigte, schnappte ich unsere Tickets und gab Fersengeld. Am anderen Ende des Terminals erspaehte ich noch unseren Bus und bekniete den Fahrer auf uns zu warten. Waere dieser nicht gnaedig gewesen, haetten wir unser Ziel abschminken koennen, denn dies war die letzte Moeglichkeit nach Melaka. Erleichterung stellte sich ein, als Julias eilige Schritte im dampfenden Schatten des uebernaechsten Busses zu erkennen waren. Gluecklich fielen wir in die Sitze des hochklimatisierten Gefaehrts (wir mussten uns “andirndeln wie zum Schifahren” O-Ton Julia, zum Glueck hatten wir Wollpullis mit) und schliefen ein… bis wir erbarmungslos aus dem Bus geschmissen wurden. Da standen wir nun. Mitten in der Nacht. Mitten in Suedmalaysia und ohne Ahung ob usnerer Uebernachtungschancen. In meiner Verwirrung stieg ich ohne Verhandlung auf das Taxlerangebot ein, der uns nach Chinatown brachte. Das stimmte ihn vergnuegt und kommunikativ. Bald landeten wir in einem lampiongeschmueckten Gasslwerk, in dem die Pyromanen feierten, was der Tiger hergab. Feuerwerke, Knaller, Raeucherungen auf offener Strasse, brennende luftballons, die in den Himmel geschickt wurden, da dies “prosperity” bringe. Direkt vor Ort fanden wir ein schlichtes Guesthouse nach unseren Vorstellungen (umgerechnet 3 euro\Nacht). Von wegen keine Plaetze mehr. Unser Schlafsaal mit kleinem Balkon ist nur karg besiedelt. Der kleine freundliche Chinesenhandlanger des indischen Geschaeftsfuehrers haendigt uns Schliessfachschluessel aus. Ventilatoren ver-rambo-sieren auch unser Gemach. Auf unserem anschliessenden Trip durch die Strassen sehen wir Tempel, in denen Horden von Chinesen gluecksbringende Gegenstaende verbrennen. Raeucherstaebchen werden erst vor dem Kopf geschwenkt (vermutlich, damit die Daempfe gut einziehen), aber auch symbolisches Geld, das sie im Silvesterstadl im Tempel kaeuflich erworben haben, faellt den allgegenwaertigen Flammen zum Opfer. HAPPY CHINESE NEW YEAR!
Schwenkende Chinesen
Chinesisches Silvesterstandl
Silvesterpfad um 01:00
Zuckerruebensaft-Maschine
Melaka reloaded
Noch ein Tag hier. Es war klar, dass wir hier bleiben wuerden spaetestens ab dem Moment, an dem ich erfuhr, dass es drei nochmittogs war und die Julia immer noch im Traeumeland. Die Zeit bis dahin war fuer mich frischgebackene Fruehaufsteherin (und Nachteule, zum Blogeintrag ist es 3h frueh) schnell herumgebogen, sass ich doch im lederbecouchten Foyer mit einem Inder und einem Chinesen namens Hamman zur zivilisatorischen Debatte beisammen. Was wird 2010 passieren? Was hat die Ming-Dynastie mit Malaysia zu tun? Und unter welchen Bedingungen koennen menschliche Gesellschaften bestehen, koexistieren und prosperieren? Was ist die Bedeutung von Tugend, Schoenheit und Wissen? Was ist wichtig im Leben? Zwar klang Hamman hin und wieder wie ein groessenwahnsinniges Glueckskeks (”I am one of the few people who can understand Chinese culture!”), trotzdem war sie interessant, die Dreiecksdiskussion.
Nach Julias Erwachen ging es in die bereits abendlich anmutende Mittagshitze auf Geldsuche, doch das Chinese New Year nimmt man hier zum Anlass alles zu schliessen. Bis auf einen neu eroeffneten Inder, der uns mit Nam (einer indischen Pizza mit mikroskopisch viel Kaese) versorgte und einigermassen aufpeppelte. Einen gemuetlichen Spaziergang spaeter fanden wir uns auch schon am historischen Friedhofshuegel: verrottende Koenigsgraeber liebevoll ins Gruen eingelassen, ein paar Mangobaeume (in 4 Jahreszeiten> ich habe gruene, reife, und bluehende Mangos an ein und demselben Baum gesehen!, man sitzt hier ja keine frustrierenden Winter aus, das ganze Jahr ueber warm wie sonst ein Bacherl) und ambitionierte Jogger, von denen einer verschnaufte um uns zu sich zhaus nach Borneo einzuladen. Dr. Dharma sein Name. Man lernt nie aus. Inder tragen als Nachname immer den des Vaters, weshalb es Sinn macht, den Titel kurzerhand vor den Vornamen zu knallen. Fand ich witzig, musste ich schmunzeln. Ein schoener Sonnenuntergang im Huegelgras. Der Beschluss, hinunter zum Meer zu muessen. Schaffen taten wir es bis zum Pier, wie sich herausstellte Touristenzone pur. Es pickte uns an einer Glasscheibe fest der Anblick eines Aquariums, in welchem Fische zu Massagezwecken gehalten wurden. That’s right> FISH SPA nennt sich der Knueller. Mussten wir rein, mussten wir mitmachen. Fuer 10 RM (Julias Theorie, dass dies die Abkuerzung fuer Reichsmark ist, haben wir in unsere pekuniaren Gespraeche implementiert) samma dabei. Danach dann doch zum Meeresbeisl auf einen Fruchtsaft (= ECHTE Fruechte, die was zerkleinert und pueriert werden!!), Alk wird hier fast nirgendwo ausgeschaenkt, da mussten wir nachher per Weihnachtsbaumrikscha (=blinkendes, manchmal auch technobeschallte Fahrradkutsche) echt suchen. Fuhren wir doch glatt an einem malaysischen Italiener aka “Bistro” vorbei, wo man Risotto auf Kartoffeln bestellen konnte. Musste ich versuchen! War lecker! Ausserdem tschecherte man dort ganz suesses Bier. Besser als gar kein Bier, aber beim Heimspaziergang fanden wir dann doch noch einen Chinesen, bei dem es besser war. Saufen duerfen dort nur Letztere, waehrend Inder zum Beispiel eher abwaschen und servieren. Es ist klar, wer die Geschaeftsleute sind, wer hier nimmt und gibt. Wer buddhistisch denkt, glaubt an Prosperity, und damit an das Vorrecht, Business zu treiben. Schliesslich haben die Chinesen unter Ming den “Malayen eine Kultur verpasst”, glaubt zumindest Hamman der Grosse am Morgen des 1. Day of the Tiger…
beim Inder: so neu, dass die Bestecklade noch nicht ent-preisschildert wurde.
chinesisches Stadtviertel in Melaka
KUALA LUMPUR, La! 17.2.
Entschieden und staetig kaempfen wir uns in den Norden, der ein vielversprechender zu sein scheint. Melaka als historisches Ausgangszentrum malayischer Kultur hinter uns gelassen, haben wir gestern Nacht KL erreicht. Der Weg dorthin war nicht so leicht: gestern noch haben wir uns eine Farb gholt beim Trekken zur Sentral Station (Busbahnhof). Das Gelaende war herausfordernd: stellt euch die SCS vor. Zu Weihnachten. Eine Autospur mehr. Kein Gehsteig. Ja, und Palmen am Strassenrand. Hier rechnet keiner mit Fussgaengern, schon gar nicht Fussgaengerinnen. Als wir schliesslich verbrannt wie deutsche Touris den Bahnhof erreichten, stellt sich heraus, Bus nach KL erst in… 7 Stunden. Also Tickets gecheckt und zurueck nach Melaka down town - per Taxi. Der Tag wurde sinnvoll abgerundet mit einem Chackie Chan Film im unterkuehlten Shoppingkomplex, wo ein asiatischer Kasperl-Nikolo Zuckerln verteilte (leider kann ich momentan keine Fotos hochladen, Kartenladegeraet irgendwo im Chaos verschollen).
Gegen Mitternacht erreichten wir dann doch KL, binnen Sekunden schmiss uns der Fahrer hinaus in den dunklen Dschungel. Sich in alle Himmelsrichtungen schlingende Betonlianen, schreiende Rostgefaehrte, Schienen, Stahl, bruechige Fliesen, Mauern, Draehte. Und zwischen dieser gigantomanisch trostlosen Verbautheit eine Vegetation, wie sie pulsierender nicht sein koennte: fette Blaetter, tropfend, dampfend, die Wurzeln der knorrigen Baeume sprengen das Pflaster. Die Stadt wirkt, als waeren die Augen ihrer Baumeister groesser gewesen als der Hunger, als waere zuerst an das Pflaster und dann an seine Benutzung gedacht worden. So richtig erschlossen ist sie wohl auch von BewohnerInnen nicht: die Strassenplaene sind weder fuer Taxler noch Informationsstandmenschen nicht einsichtig. Statt einen Punkt direkt anzusteuern, naehert man sich dem Ziel in diametral-konzentrischen Kreisen. Unser Taxi benoetigt eine Viertelstunde zum Aufsuchen unseres Guesthouses, wo man barfuss geht und eine Menge Weltenbummler trifft. Das Ambiente ist bescheiden. Zimmer ohne Fenster sind hier Standard, und trotzdem bleiben manche Reisende ueber ein halbes Jahr. Wir setzen uns auf die Terrasse, trinken ein Bier in geselliger Runde.
Andern Tags geht es Richtung Voegelpark, worauf Julia und ich nicht mehr warten koennen. Es ist zwar teuer, aber Julia verspricht eine Einladung. Juhu! Als wir stattdessen im durchmanikuerten Hibiskus- und Orchideengarten landen, sehen wir hinter dem Twintower Giftwolken aufziehen und spueren leichten Regen. Wir machen uns nix draus und schreiten fort. Alsbald erblicken wir mit kindlicher Freude, dass wir nicht alleine unterwegs sind: freilaufende Affen waermen sich am Asphalt, oder sind sie suizidaer? Jedenfalls faellt mir wieder meine Mandarine ein, die ich vor 2 Tagen unmotiviert im melakischen Raeuchertempel geschenkt bekommen hab und rolle sie vorsichtig in Richtung Affe, welcher sie freudig aufhebt und liebevoll zerteilt. Es kommen noch mehr Affen herbei, Fotoorgie. Als wir das Voegelgehege erreichen und wir uns auf einen Freiluftkaffee setzen wollen (in KL immer ueberdacht) beginnt es zu wascheln dass uns Hoeren und Sehen vergeht. Die Paradiesvoegel kehren ebenfalls kreischend bei uns ein. Den weissen taufen wir Chris, weil er aussieht wie ein alter Mann, der mit verschraenkten Haenden am Ruecken ruhig herumstolziert. Das andere, die ohne Kragen, ist folglich die Raffi.
Die schuechternen Kopftuchmaedchen an der Budl versuchen uns den Weg zurueck in den Beton zu weisen, ihre angstvollen Blicke auf uns gerichtet bitten sie uns, nur ja aufzupassen. Der Weg schlaengelt sich in Serpentinen hinab zum naechsten Wolkenkratzer. Leuchtender Groessenwahn. Wir steigen in irgendetwas verkehrsmitteliges ein und gelangen zur Monorail, einer fahrenden Aussichtsschlange. Wo es interessant ist, steigen wir aus, essen wir, lassen uns ein bisschen durchkneten (diesmal nicht von dafuer ausgebeuteten, hungrigen armen Fischlein, sondern von ebensolchen Frauen).
Guesthouse Umgebung
Chris-Vogel (zu identifizieren als Maennchen qua gelbem Brustgefieder)
Ein sogenannter Hornbill zeigte sich uns ebenfalls
Affe in den Batu Caves
INSEL PANGKOR, 21.2.
Nachdem das islamistische Internetregime in dem Kammerl in dem ich sitz recht hart auf die Uhr schaut (eine Unart in diesem Gebiet!) muss ich mich beeilen und kann euch nicht in voller Gaenze das Ausmass der Froehlichkeit veranschaulichen, die uns die Inselbereisung beschert. Ich sage nur eins: gestern hat ein gelb-schwarzer Paradiesvogel halbverdaute Beeren auf die im Schatten der Palme ruhenden Flipflops ge… fallengelassen, wodurch mir nur uebrigblieb, sie durch den weissen Sand zum warm rauschenden tuerkisblauen Meer zu tragen, wo sie die brechende Welle des unerfreulichen Ballasts entschwemmte. Anschliessend erschloss ich in einem Minidschungel des Hinterlands einen kleinen Wasserfall, beobachtete bunte Kaefer und Schmetterlinge und genoss das sich durch Lianen brechende Sonnenlicht.
Julia und Pangkor
Spazieren mit Mowgli
Durch Zufall erhielten wir heute die Moeglichkeit, mit 2 Guides den Pangkorer Dschungel zu durchforsten: kleine Kletterpassagen, rote Beissameisen und schier unueberwindbare (ich uebertreibe) umgefallene Riesenbaeume inklusive. Man versaeumt wahrscheinlich so einiges, wenn man abends nicht mit den Leuten vom Guesthouse beisammensitzt und ueber alles und nichts quatscht. Dabei kommt man naemlich auf interessante Ideen, wie eben diese 3-stuendige Tour durchs Unterholz, bei der keine Pore trocken blieb. Schweiss, Hitze, Erde, Ameisen, Lianen, dazwischen menschenleere, knallweisse Straende, tuerkisblaues Meer: da war i dabei!! …und hab auch nicht begriffen, dass nach gefuehlten 10 Minuten alles auch schon wieder vorbei war. Jetzt lassen wir den Abend noch gemuetlich am mittlerweile von arbeitenden Einheimischen gefluechteten Traumstrand ausklingen und machen uns morgen frueh wahrscheinlich auf nach Penang. Aber so genau weiss das niemand…
Ich revidiere: wir sind dann doch noch einen Tag geblieben. Weil sich das vor allem gruppendynamisch so schoen ergeben hat. Die internationale Trekking-Community hat sich naemlich mit den Locals rund um unser Guesthouse so gut vertragen, dass wir beschlossen, dieser Sonnenuntergang sollte doch nicht der letzte gewesen sein. Besonders hervorheben moechte ich unsere norwegische Enthusiasmusbombe, die sich - grade den 30-er ueberschritten und Single - mit Julia auf ins wilde ‘es gibt keine gscheite Beziehung’-Sarkasmusgefecht warf, das ich fotographisch dokumentieren durfte.
Der Ausklangstag auf Pangkor verlief verhaeltnismaessig ruhig. Nach langem friedlichen Schlaf knallte ich mich in die Mittagssonne zu Ken (so n blonder ‘I need to get some tan’-Ami) und einem mir namenlos gebliebenen, englischen Irakkrieg-Veteran (der Typ is Mitte 20) die ich bei einer politischen Diskussion ueber Arnis Regierungs-Kompetenzen ertappte. Fuer ein bisschen mehr Sonnenstich rentete ich mir ein Kajak und machte mich auf Richtung Luxusinsel. Da gibt es naemlich - hab ich mir sagen lassen - so eine 6*-Resort-Insel, die um wohlfeile 1,000 Euronen die Nacht zu buchen waere, und die nur per Hotelfaehre erreichbar ist… oder eben manuell im Miniboot! Souveraen wollt ich dort mein Kajak am verschimmelnden Seil an Land ziehen, mich auf meinem Sarong in den Sonnenuntergang pflanzen, um danach eine Vielschar gar bunter Muscheln zu sammeln. Was soll ich sagen: ich versagte. Erstens versteckte sich jene Sonne, die noetig gewesen waere um mein Hirnverbrennungsstadium dahingegen zu prekarisieren, dass ich wirklich von dieser Idee ueberzeugt gewesen waere. Zweitens stieg ich schon etwas hungrig in das Boot ein, was mich uneuphorisiert dahintuempeln liess. Drittens war mir zum Einstiegszeitpunkt nicht gewahr, dass das bisschen Sonnen wohl nicht ewig das Himmelszelt zieren wuerde und ich im Dunklen vielleicht von einem besoffenen Aborigines am Weg zur Dschungeldisco per Speedboat ueberfahren werden koennte. All diese Gefahren sah ich nicht. Was ich sah, war das Resort. Dort in der Ferne konnte ich die Heisln und den Steg erahnen. Und einen Strand, der sicherlich super gepflegt war und alless. Und obwohl mir die Wellen unerbittlich ins Gesicht peitschten, ruderte ich so lange, bis die finale Wolkenfront am Horizont doch etwas Sorgen bereitete. Ich beschreibe jetzt nicht, wie oed und muehsam mir die Heimruderei erschien. Aber ich schaffte es schliesslich und es gab ein Happi End (Happi, unserer original Guesthouse-Malaye war mit seiner deutschen Freundin ausgerudert um die vermisste Kajak-Miss zu suchen, was sie nicht haetten muessen, trudelte ich eh schon ein!).
Der Abend dann war gran-di-os: einsamer Strand, Gitarre, Kerze, Alk, Guesthousepartie, Wetterleuchten in der Ferne, schwimmen im monderleuchteten Meer. Das Schoenste: von strahlendem Plankton erleuchtet.Idyllisch!
Happi beim Kinderverscharren
Innenhof unseres Guesthouses:
Letzter Abend am Strand
PENANG
auch genannt Georgetown (nach George IIII (sic)) wie ich heute auf meinem herausgeschindeten Museumsschnupperstunde lernen durften. Ja, bei der Hitze kann man sich schon solche Tippfehler leisten. Bisher ist also die Stadt wie immer sie auch heisst bis jetzt abgeschlagenes Stadthighlight. Weil es weniger groessenwahnsinnig zugeht (ein paar Wolkenkraetzerchen muessen auch hier pro forma sein, damit die Leut’ ihr den Stadtstatus abnehmen), weil viel kolonialgeschichtlicher Smog in der Luft liegt. Was in KL in Louis Quatorze-Manier mit dem penetranten Parfum oberflaechlicher Moechtegernwestlichkeit komplett verbluemt worden ist, steht hier offen, ehrlich und dampfend zur freien Besichtigung vor uns. Gruselig und spannend zugleich; fuer Kolonialgeschichtefreaks wie mich definitiv ein gefundenes Fressen.
Aufgrund von nicht zu ueberwindenden Unstimmigkeiten haben sich Julia und ich fuer die naechsten Tage getrennt. Sie hat sich spontan in ein buddhistisches Kloster verabschiedet, waehrend ich - tempomaessig unabhaengig - nun ein bisschen mehr anzahn kann. Eines ist klar: Trotz Geruechten, dass dies die Stadt der Diebe und Raeuber ist, freue ich mich schon auf eine ausgiebige Stadt-Erkundungstour. Hier die ersten Eindruecke.
Lieblingsessen:
Christliche Kirche. Koennt ihr’s riechen?
Chicks and furniture: ja warum denn nicht!
ja, irgendwelche Haeuser
Mein bester Freund, der Roti-Tandler (erkauft um 1 Reichsmark 70)

und seine Gang




















